Der Brauch

Jedes Jahr am 5. und 6. Dezember hält der Krampuslauf in Gastein ein ganzes Tal in Atem. Die Ursprünglichkeit, mit der dieses Brauchtum ausgeübt wird, sowie die hohe Anzahl an aktiven Teilnehmern machen den Brauch zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigem.

Eine Gasteiner Krampuspass besteht aus dem Nikolaus, dem Körblträger, dem Engel sowie mindestens 3 bis maximal 11 Krampussen.

Alien- oder zombieähnliche Masken, wie sie außerhalb Gasteins in Verwendung sind, findet man beim Gasteiner Krampuslauf nicht. Bis zum heutigen Tag ist der „Gasteiner Stil“, in Bad Gastein geprägt u.a. von Karl Hummel, in Hofgastein und Dorfgastein u.a. von Sepp Lang und Sepp Viehhauser, großteils erhalten geblieben. Auf bengalisches Feuer oder Showeffekte wird verzichtet. Es gibt auch keine organisierten Krampusläufe, wie sie außerhalb Gasteins üblich sind. Jede der rund 100 Passen hat ihren eigenen Weg, von Haus zu Haus.

Bad Hofgasteiner Krampuspass

 

Der Nikolaus

Der heilige Nikolaus ist der Chef der Pass. Er führt die Pass an, die Krampusse müssen sich an seine  Anweisungen halten. In jedem Haus sagt der Nikolaus sein Gedicht auf, ehe er die schlimmen Kinder ermahnt und die Braven belohnt. Der Nikolaus trägt ein Bischofsgewand, die Bischofsmütze sowie den Bischofsstab. Sein langer Bart und das Buch, in dem die Schlechtigkeiten der Kinder aufgelistet sind, komplettieren die Ausrüstung.

 

Der Körblträger

Die Aufgabe des Körblträgers ist es, in seinem Korb, den er auf dem Rücken trägt, Belohnungen für die braven Kinder zu transportieren.  Die Kleidung des Körblträgers ist mit zahlreichen Flechten geschmückt, sein Gesicht ist mit Ruß geschwärzt und von einem Bart verdeckt.

 

Der Engel

Das Engerl ist der Begleiter des Nikolaus. In Bad Gastein hat jede Pass ein Engerl. In Bad Hofgastein und Dorfgastein wurde die Figur vorübergehend aufgegeben. Inzwischen kann man aber auch in Bad Hofgastein wieder mehrere komplette Passen mit Engel sehen.

 
Engerl, Nikolaus, Körblträger

 Der Krampus

Die Funktion des Krampus bzw. Klaubauf besteht im Bestrafen der Schlimmen. Dies geschieht mittels Rute oder Rossschweif. Auf der aus Zirbenholz geschnitzten Maske sind mehreren Paare Bock- und Widderhörnern angebracht. Die umgehängten Rollen sorgen für den höllischen Lärm und sind schon von weitem zu hören. Die traditionelle Bekleidung des Krampus ist ein Mantel oder Hosenanzug aus Schaffell. Waren früher Mäntel die einzige verwendete Bekleidung, sind sie heute nur mehr von einigen Traditionspassen in Verwendung. Der Großteil der Krampusse trägt Hosenanzüge, teilweise auch aus Ziegenfell hergestellt.

 
      Gasteiner Krampus

Der Krampuslauf in Gastein findet ausschließlich am 5. und 6. Dezember statt. Ab ca. 15:30 marschieren die rund 100 Passen los. Am 5. Dezember sind sie im Ortsgebiet unterwegs, am 6. Dezember besuchen sie die ländlichen Ortsteile Gasteins. In vielen Häusern warten die Familien mit ihren Kindern schon auf den Besuch des heiligen Nikolaus mit seinen Begleitern.

Ein Hausbesuch läuft wie folgt ab: Der Nikolaus, der Körblträger und das Engerl betreten die Wohnung. Der Nikolaus liest sein Gedicht vor und befragt die Kinder über ihre guten und schlechten Taten. Brave Kinder können meistens ein Lied oder ein Gedicht vortragen. Nun belohnt der Nikolaus die Braven. Als nächstes werden die Krampusse hereingelassen, um die Schlimmen zu bestrafen. Danach verabschiedet sich die Pass und verlässt das Haus. Nun geht es weiter zur nächsten Familie, wo sie ebenfalls schon freudig erwartet werden…

Treffen sich zwei Passen, erfolgt erst die Begrüßung der Nikoläuse, indem sie die Nikolausstäbe kreuzen. Danach folgt das Rempeln. Beim Rempeln nehmen die Krampusse Anlauf und stoßen dann mit ihren Schultern zusammen. Nach dem Rempeln geben sich die Passen einander zu erkennen, indem sie die Masken abnehmen. Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch verabschieden sich die Nikoläuse voneinander mit den Worten:

Treu dem guten alten Brauch,

A guad's Weidageh!  

 
Der Nikolaus belehrt die Braven und Schlimmen!

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